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Blasphemie: Wie man die Gesellschaft revolutioniert

Mathias von Gersdorff

Das Theaterstück "Corpus Christi", das Jesus Christus und die Apostel als eine Homosexuellengruppe und das Leben Christi satirisch darstellt, sorgte im vergangenen Jahr für heftige Proteste zunächst in Heilbronn, wo das Stück uraufgeführt wurde und später auch in anderen Städten. In Kassel schafften man es sogar, das Stück abzusetzen. Zeitungsüberschriften in der Stuttgarter Zeitung wie "Abgeordnete: Stopp für "Corpus Christi", "Fundamentalisten verunglimpfen Schwule" oder "Ulmer Rat fürchtet Corpus Christi" zeigen, wie die Demonstrationen die Gemüter bewegten. "Corpus Christi" und andere Fälle von Blasphemie sorgen in Deutschland immer wieder für eine starke Mobilisierung der Christen und polarisieren die öffentliche Meinung in zwei unversöhnlich Lager: Während für die Partei der Blasphemie-Verteidiger die Kunst- und Meinungsfreiheit uneingeschränkt gelten sollte, fühlen sich Christen aller Konfessionen in ihren religiösen Gefühlen verletzt und fordern eine Verschärfung des § 166 StGB. Dieser Paragraph verbietet Blasphemie, sofern sie den "inneren Frieden" gefährdet. Bei Gerichtsverhandlungen wird eine "Güterabwägung" vorgenommen, wobei das Argument der Kunst- und Meinungsfreiheit meistens siegt. Auch "Corpus Christi" wurde nicht verboten. Der Sachverhalt der "Störung des inneren Friedens" ist derart schwammig, daß er so gut wie untauglich für gerichtliche Auseinandersetzungen ist. Somit bleibt den Christen nur das Demonstrationsrecht übrig, um ihren Willen durchzusetzen.

Daß Christen gegen Blasphemie revoltieren ist verständlich, denn ihre tiefsten religiösen Überzeugungen werden beschimpft. Der Protest gegen die Blasphemie ist ein Ausdruck von Frömmigkeit: Man geht an die Öffentlichkeit, um sich für Christus und das Christentum zu bekennen und den Gotteslästerern die Stirn zu bieten. Die Blasphemie wird durchaus als eine Art Kulturkampf empfunden, in dem die Reste des Christentums in Deutschland zerstört werden sollen. Die Blasphemie provoziert eine Reaktion, bei der es "um das Ganze" geht, wo keine Toleranz und kein Zurückweichen erlaubt sind. Der "Rheinische Merkur", wirklich kein "fundamentalistisches" Blatt, betitelte am 20.07.2001 ein Kommentar zur Blasphemie mit "Mißbrauchte Toleranz".

Die Proteste gegen Blasphemie besitzen in Deutschland immer eine politische Note, was nicht selbstverständlich ist und selten in anderen Ländern vorhanden ist, wie beispielsweise den USA, wo die Demonstrationen gegen "Corpus Christi" auch heftig waren, doch nicht zu politischen Forderungen führten. In der Protestgesinnung der deutschen Christen ist immer die Idee vorhanden, daß der Staat die Religion beschützen muß. In Deutschland wird Blasphemie als etwas empfunden, das nicht nur die Religion angreift, sondern auch zutiefst die gesellschaftliche Ordnung beeinträchtigen kann. Das tut die Blasphemie natürlich immer, sind die christlichen Prinzipien überall im westlichen Abendland Teil der gesellschaftlichen Fundamente. Doch in Deutschland werden die Gemüter vor allem dann in Wallung gebracht, wenn die Provokation die Schnittstelle zwischen weltlicher und geistlicher Ordnung tangiert. Zurecht, denn die Blasphemie greift nicht nur die religiösen Überzeugungen an, sondern auch den Wertekonsens über die Grundrechte, der das gesellschaftliche Zusammenleben überhaupt möglich macht.

Damit die Grundrechte in der Gesellschaft anerkannt und respektiert werden, ist es nicht ausreichend, daß sie in der Verfassung verankert sind. Das Volk muß mit ihnen einverstanden sein und sie auch als Basis für das gesellschaftliche Zusammenleben akzeptieren. Der beste Gesetzgeber ist machtlos, wenn seine Entscheidungen nicht von der Bevölkerung getragen werden. Dafür ist es nicht notwendig, daß alle einverstanden sein müssen. Doch es ist notwendig, daß zumindest sehr viele Mitglieder der Gesellschaft die Entscheidungen des Gesetzgebers akzeptieren und sich ihnen fügen. Damit diese Verständigung existieren kann, muß es einen "Rahmen", ein "System" geben, über den nicht diskutiert wird. Die Mitglieder der Gesellschaft müssen sich allgemein einig sein, daß dieser "Rahmen" oder dieses "System" die Basis für den Dialog ist. Diesen "Rahmen" liefert das Christentum.

Diejenigen, die die Blasphemie mit der Kunst- und Meinungsfreiheit verteidigen und meinen, daß sich der Staat hier nicht einmischen sollte und sogar die komplette Streichung des § 166 StGB fordern wollen nicht einsehen, daß der Deutsche Staat zwar wertneutral ist, aber nicht wertfrei sein kann. Die Väter des Grundgesetzes rückten die Grundwerte des Menschen wieder stärker in den Mittelpunkt des politischen Denkens und Handelns und besannen sich deshalb auf das Christentum, weil das Christentum auf Werten basiert, die ewig sind. Deshalb befinden sich die Werte des Christentums außerhalb des politischen Geschehens, welches von sich verändernden Machtverhältnissen und den zeitlichen Ereignissen bestimmt wird. In der schon zitierten Präambel des Grundgesetzes steht: "Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott ...".Damit sollte zum Ausdruck gebracht werden, daß die vorgegebenen Werte im Grundgesetz nicht von den politischen Machtverhältnissen abhängen und nicht verändert werden dürfen.

Der Wertekonsens bildet die Grundlage des friedlichen Zusammenlebens der Menschen innerhalb einer Gesellschaft. Zerreißt dieser Konsens, spaltet sich die Gesellschaft entweder friedlich, durch die Bildung eines neuen Staates, oder gewaltsam durch eine Revolution. Dementsprechend muß der Wertekonsens wie ein Schatz behütet werden. Die Mitglieder der Gesellschaft müssen erzogen werden, die Grundwerte zu achten und zu respektieren. Man mag nun einwenden, daß es in jeder Gesellschaft auch Atheisten gibt. Sie glauben nicht an Gott und üben auch keine Religion aus. Trotzdem sind die Atheisten in der Lage, die Prinzipien des Christentums für das gesellschaftliche Zusammenleben zu akzeptieren. Dafür müssen sie nämlich nicht an Gott glauben, sondern lediglich einsehen, daß die Beachtung der christlichen Prinzipien ein friedliches Zusammenleben zwischen den Menschen innerhalb der Gesellschaft ermöglicht.

 

 
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