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Um das Familienwohl geht es der Regierung nicht

Alois K. Fürst zu Löwenstein

In den letzten Tagen hat die Familienministerin mit ihrem Vorschlag, die Kinderkrippenplätze zu verdrei-fachen, eine lebhafte Diskussion ausgelöst. Dabei gab es von Seiten einiger Politiker ungewöhnlich heftige - beinahe hysterische - Reaktionen, wenn Kritik an dem Vorschlag geübt wurde. Die Familienministerin gab in einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung von sich "Mütter, die zu Hause ihre Kinder großziehen, setzen sie doch nur vors Fernsehen und stopfen sie mit Süßigkei-ten voll und da sei die staatliche Fürsorge besser", und Herr Beck mußte gar in die Mottenkiste sozialistischer Priesterverhöhnung greifen, um seinem Zorn über bischöfliche Kritik Luft zu machen.

Vermutlich fühlten sich die Regierungsvertreter ertappt, weil die Vorschläge sich nicht nach dem Wohl der Familien, Mütter und Kindern richten, sondern zum einen die jungen Mütter so schnell es geht wieder in den Arbeitsprozeß zurückgeschickt werden sollen und zum anderen mit dem Angebot von mehr Kinderkrip-penplätzen die Zahl der Geburten erhöht werden soll.

Die Sorge ist groß, daß der Rückgang der jungen, arbeitsfähigen Bevölkerung durch Abtreibung, man-gelnde Bereitschaft zum Kind oder zu mehr Kindern die Zahl der Steuerzahler und Beitragszahler dramatisch verringert.

Dabei wird auf das Beispiel Schwedens verwiesen. Dort bietet der Staat in seinen Einrichtungen eine Komplett-betreuung von Säuglingen, Kindern und Schülern an. Um sicher zu stellen, daß die Eltern diese kostenträchtigen Staatsgeschenke auch nutzen, bekommen Eltern, die ihre Kinder in den wichtigen ersten drei Jahren selber großziehen, keinerlei Beihilfen. Mehr noch, sie geraten unter massiven öffentlichen Druck, da die zu Hause arbeitende Mutter zur "Persona non grata", zur unerwünschten Person, erklärt wurde.

In Schweden gerät dieses System wegen der drama-tischen psychologischen Schäden bei Kindern immer stärker in die Kritik  - so hat dieses Land die höchste Zahl von Kinderselbstmorden.

Der wichtigste Kritikpunkt an dem Vorhaben der Regie-rung ist, daß auf die Wahlfreiheit der Eltern wohl kein Wert gelegt wird. Wenn Eltern sich für Kinderkrippen entscheiden (müssen), kann ihnen diese Möglichkeit eingeräumt werden. Dabei gilt international eine Erzieherin für drei bis vier Kinder als Standard! Man sollte den Eltern aber sagen, daß Ganztagskrippen die Betreuung durch die Mutter/Großmutter/Tagesmutter nicht ersetzen können, ja für die Kleinstkinder in den ersten drei Jahren sogar schädlich sein können. Das beweisen ernst zu nehmende Forschungsergebnisse der Universitäten Harvard und Oxford, die nachgewiesen haben, daß Hortkindern eine Reihe von Charakter-stärken fehlen (u.a. Entschlußfreude, Risikobereitschaft, Lernfähigkeit, Networking und Kreativität). Professor Grossarth, Heidelberg, hat in seinen Langzeitstudien festgestellt, daß Kinder, die in Horten die Bindung an die Mutter verloren, später wesentlich stärker in Abhängigkeit von Alkohol und Nikotin gerieten und gesundheitlich gefährdet waren.

Wenn die Mutter sich nicht ganztätig um das Kind kümmern kann, ist eine nicht ständig wechselnde Bezugsperson, wie die Großmutter, Tagesmutter oder Haushaltshilfe die bessere Lösung.

Nochmals: In den ersten drei Jahren seines Lebens entwickelt ein Mensch seine wesentlichen geistigen und seelischen Eigenschaften und Stärken und braucht dazu die Bindung an eine Person - seine Mutter. Die kann auch ein Heer von staatlichen Hilfskräften nicht ersetzen.

Ein kleines Kind ist auf dauernde, einfühlsame Betreu-ung angewiesen, auf einen Menschen, der rasch auf seine Bedürfnisse reagiert. Diese persönliche Beziehung ist immens wichtig: Das spielerische Steigern der Lei-stung, das dauernde Erlernen neuer Fähigkeiten, das Lob, das dem Kind zuteil wird. Kinder, die in einer ungestörten Mutter-Kind-Bindung leben, sind auch ganz selbstverständlich religiös.

Kritisch ist natürlich auch zu reagieren, wenn bei dem Bemühen der Regierung, die Geburtenzahl nach oben und die Mütter wieder in die Produktion zu treiben, ein beißender Geruch von Ideologie zu merken ist: Den Feministen ist die Vollzeitmutter und die normale Familie mit einem im Außen- und einem im Hausberuf stehenden Elternteil ein Greuel; den Sozialisten ist die normale, schon gar christliche Familie ein Dorn im Auge, weil dort selbstbewußte ideologie-kritische, freie Menschen aufwachsen, die schon gar nicht daran glauben, daß der Staat alles besser wissende und allein selig machende Fähigkeiten besitzt.

In der jetzt entstandenen, schrillen Diskussion ist es nötig, mit Gelassenheit und Fachwissen für eine pragmatische Vorgehensweise zu sorgen. Dabei sollte die Erfahrung, daß zu viel Staat immer zu viel Kosten verursacht, die der Steuerzahler dann wieder präsen-tiert bekommt, bestimmend sein - ganz zu schweigen von der oft schwächeren Qualität staatlicher Dienst-leistungen. Daher wäre es sinnvoll, ein breites Angebot an Hilfen für Familien mit Kindern zu schaffen. Das heißt zunächst, private Kinderbetreuung stärker zu fördern: Unterstützung für Tagesmütter, damit einkommens-schwache Familien diesen Dienst annehmen können, Förderung von privaten Kinderbetreuerinnen und kleinen privaten Kindertagesstätten, große steuerliche Vorteile für kinderreiche Familien (in Frankreich zahlt eine Familie mit drei Kindern keine Steuern).

Die Wirtschaft im Zusammenspiel der Tarifparteien kann die positiven Anfänge von familiengerechten Arbeits-bedingungen ausbauen: Klein-kinder-Station und Kindergarten im Großkonzern, flexible Arbeitszeiten, Teilzeitangebote für Mütter, generell ein offeneres Herz für Beschäftigte mit Kindern als bisher. Immerhin sind die Kinder die späteren Produzenten und Konsumenten.

Die Gesellschaft kann in Deutschland viel kinderfreun-dlicher werden: Vermieter, Restaurantbesucher, Kirch-gänger und Wohnungsnachbarn sind noch ziemlich weit von der Auffassung entfernt, daß Kinder die Zukunft einer Nation und ein Geschenk Gottes sind.

Müttern, die sich für den Managerberuf der Kinder- und Hausarbeit entschieden haben, sollte bewußt sein, daß sie für ihre 24-Stunden-Bereitschaft und Vollarbeit in der Wirtschaft mit Bruttogehältern von 9.000 Euro und mehr rechnen könnten. Das kinderlose Karrierepaar ist nicht die Zukunft einer Nation, noch ein ehe- oder kinderfeindlicher Single.

Vielleicht lernen auch unsere Regierungspolitiker, Respekt zu haben vor der Leistung, Opferbereitschaft und freien Entscheidung von Müttern und Vätern für ihre Kinder. Letztlich ist es nicht Geld, staatliche Betreuung und öffentlicher Druck, der Menschen dazu bringt, eine Familie zu gründen und Kinder großzu-ziehen, sondern die Liebe zueinander und die Bereits-chaft, die Kinder, die Gott ihnen schenken will, dankbar anzunehmen.

 
Stoppt endlich Bravo!

Bundesweite Protestaktion von
"Kinder in Gefahr" gegen die sog. Jugendzeitschrift Bravo.

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