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Kinderkrippen, Gender Mainstreaming, Schulsexualerziehung:
Die schrittweise Demontage des Erziehungsrechts der Eltern
Mathias von Gersdorff

Ehe, Familie und Kinder sind in den letzten Jahren zu wichtigen Chiffren der deutschen Politik aufgestiegen. Dieses neue Interesse hat verschiedene Gründe: Der dramatische Rückgang der Geburten, die vielen Fälle an grober Vernachlässigung von Kindern durch ihre Eltern, die teils chaotische Situation in vielen deutschen Schulen, gestiegene Anzahl von Pädophiliefällen, schlechte Ergebnisse bei der internationalen Schülerbewertung PISA, neue Erziehungstheorien, die die Angleichung von Mann und Frau anstreben und manch andere.

Etliche Politiker, an erster Stelle die Bundesfamilienministerin der großen Koalition, Ursula von der Leyen, haben Lösungen für diese Probleme vorgeschlagen, die zum Teil schon beschlossen wurden. Das wichtigste Projekt in dieser Hinsicht ist der Ausbau von Krippenplätzen. Für die Kinder im Schulalter soll das Angebot an Ganztagsschulen erweitert werden.

Gegen diese Maßnahmen gab es heftigen Protest. Am bekanntesten sind die Aussagen des Augsburger Bischofs Walter Mixa geworden. Er kritisierte diese Projekte, weil sie ein ideologisiertes Frauen- und Mutterbild voraussetzen. In der Tat gehen diese Projekte, vor allem die Kinderkrippen, davon aus, daß die Mütter am liebsten die Erziehung ihrer Kinder relativ früh an Dritte weitergeben möchten, damit sie wieder außerhalb des Hauses arbeiten können.

Auch die CSU ist gegen die einseitige Privilegierung von Kinderkrippen und verlangt, ein „Betreuungsgeld“ für die Mütter einzuführen, die lieber selber ihre Kinder erziehen wollen. Dieses Betreuungsgeld ist im wesentlichen ein staatliches Gehalt für die Erziehung der eigenen Kinder. Die CSU argumentiert zu Recht, daß es ungerecht wäre, nur Mütter über die Kinderkrippen unterstützen zu wollen, die nicht ihre Kinder selber erziehen wollen. Eine Mutter, die zu Hause wegen ihrer eigenen Kinder bleibt, verzichtet sowohl auf die staatliche Leistung „Kinderkrippe“, wie auch auf den Erwerbslohn. Das sei ungerecht, so die CSU. Das „Betreuungsgeld“ wurde von der SPD als „Herdprämie“ diffamiert.

Die Politik der gegenwärtigen Familienministerin von der Leyen ist ein drastischer Kurswechsel in der Familienpolitik der CDU. Für diese Partei galt noch vor noch wenigen Jahren die Maxime, daß die Eltern selber entscheiden sollten, wie ihre Kinder erzogen werden sollten. Um das praktikabel zu machen, plädierte die CDU für drastische Steuererleichterungen für die Familien. Mit diesen neuen finanziellen Spielräumen sollten die Familien in die angenehme Lage versetzt werden, frei über die Erziehung der Kinder entscheiden so können, also zu Hause durch die Mutter oder den Vater, in einem Kindergarten, mit einer Tagesmutter oder wie auch immer.

Die Rot-Grüne Regierung hielt diese Politik für falsch und inpraktikabel. Insbesondere die letzte SPD-Familienministerin, Renate Schmidt, plädierte für eine flächendeckende Einführung von Kinderkrippen und hatte keine Probleme, das System der ehemaligen DDR als Muster vorzustellen (beispielsweise in ihrem Buch SOS Familie). Kurioserweise argumentierte Frau Schmidt aber in einer Hinsicht sehr untypisch für die SPD, denn sie behauptete, daß gerade für Akademikerinnen, also der Schicht, die am wenigsten Kinder bekommt, die Kinderkrippen erwünscht seien. Schmidt argumentierte nämlich, daß Akademikerinnen ein hohes Einkommen verdienen würden, auf das sie weniger bereit seien, zu verzichten, und deshalb ihre Säuglinge eher in die Krippe schicken würden. Schmidt plädierte gewissermaßen für eine Sozialpolitik für sog. Besserverdienende.

Renate Schmidt ist aber in der Durchsetzung dieser politischen Ziele gescheitert. Erst ihre Nachfolgerin, die Familienministerin aus der CDU, ist dabei, die SPD-Familienpolitik zu verwirklichen.

In der Kritik gegen diese Politik wird meistens angeführt, daß ein Kind in den ersten Jahren seines Lebens die Mutter braucht, um sich normal entwickeln zu können. Auch wird behauptet, daß viele Mütter mit einer solchen Politik nicht nur arbeiten können, sondern müssen, weil sie gar nicht anders können – sie sind auf das Arbeitseinkommen angewiesen, obwohl sie lieber zu Hause bei den Kindern bleiben würden.

In dieser Diskussion sieht man wieder die typischen Muster, die man antrifft, wenn der Staat etwas zentral lösen möchte, was auch dezentral zu lösen wäre. Der Staat, beziehungsweise diejenigen, die die Staatsmacht innehaben, legen gewissermaßen willkürlich fest, was die Familien und die Mütter wollen. Ist das aber die Aufgabe des Staates? Sollten die Eltern oder die Mütter nicht selber entscheiden, was für ihre Kinder das Richtige ist?

In unseren Grundgesetz heißt es in Art. 6 Abs. 2 Satz 1 dazu: "Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht."

Es wäre wünschenswert, daß das Erziehungsrecht der Eltern stärker in der Debatte um Kinderkrippen und Betreuungsgeld beachtet würde. Eigentlich müßte das Erziehungsrecht der Eltern die wichtigste Komponente in der Lösungsfindung sein, denn dieses Recht auf die Erziehung haben die Eltern nicht vom Staat erhalten, sondern sie haben es von der Natur der Dinge selbst, also von der Tatsache, daß sie Eltern sind. Auch wenn es keinen Staat gäbe, hätten die Eltern dieses Recht und auch diese Pflicht.

Die starke Betonung dieses Rechts im Grundgesetz ist also keine Ansichtssache, sondern entspricht elementarster Rechtsauffassung.

Dennoch ist das Erziehungsrecht der Eltern immer mehr in den Hintergrund geraten und wird von vielen schlichtweg ignoriert. Nur, um ein kleines Beispiel zu geben, zitiere ich einen Ausschnitt aus der Broschüre der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW aus dem Jahr 2007 „Eine Schule für Mädchen und Jungen. Praxishilfe mit Unterrichtsentwürfen für eine geschlechtergerechte Bildung“. Beachten Sie bitte, mit welcher Selbstverständlichkeit behauptet wird, daß die Kinder „inkorrekte“ Vorstellungen von Geschlechterverhalten von der Familie übernehmen: „Die Kinder bringen, geprägt durch die Familie, unterschiedliche Vorstellungen von ‚richtigem’ Geschlechterverhalten in die Schule mit. Im Praxisbeispiel werden diese heterogenen Erfahrungen für eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema konstruktiv genutzt. Horst-Dieter Gerold betont, dass die Komplexität des Themas es erforderlich macht, einzelne Inhalte immer wieder aufzugreifen und methodisch fächerverbindend zu arbeiten, um „offene Handlungssituationen“ zu schaffen, die es den Kindern „als Teilnehmende am Kommunikations- und Interaktionsprozess ermöglichen, flexibel zu reagieren.“ Diese Vorgehensweise sollte, so Gerold weiter, als „durchgängiges Prinzip eines Erziehungs- und Bildungsprozesses“ in der Schule etabliert werden, „mit dem Ziel, Geschlechtsrollenkonflikte abzubauen und zu bewältigen.“ So deutet sich an, dass Geschlechtergerechtigkeit als feste Struktur in der Schule verankert werden kann (S. 35).“

Diese Schrift wird von der GEW an Lehrer verteilt. Würde die breite Öffentlichkeit davon Notiz nehmen, gäbe es spontane Proteste.

Generell kann behauptet werden, daß die Anwendung der sog. Gender-Mainstream-Theorie in der Schule systematisch das Erziehungsrecht der Eltern mißachtet. Im wesentlichen geht es beim Gender Mainstreaming um den Abbau von geschlechtsspezifischen Rollen, also beispielsweise, daß Jungs mit Autos oder Lokomotiven spielen und Mädchen mit Puppen. Die Methode, die man dafür anwendet, ist die sog. Dekonstruktion, durch die Denkkategorien, Wertesysteme, Vorstellungen der eigenen Identität in Frage gestellt und abgebaut werden. Ziel ist die Angleichung von Mann und Frau, denn die Unterschiede zwischen den Geschlechtern werden als eine Quelle von Despotie und Ungerechtigkeit angesehen. Gender Mainstreaming ist eine Fortentwicklung von radikalen feministischen Theorien. Pädagogische Theorien, die sich am Gender Mainstreaming orientieren, werden immer öfter in die schulische Praxis eingeführt. Auch dies mißachtet das Erziehungsrecht von Eltern, die eine Erziehung entsprechend christlichen Werten und Prinzipien für ihre Kinder wünschen.

Auch in der Schulsexualerziehung wird systematisch das Erziehungsrecht der christlichen Eltern mißachtet. Gerade in der Sexualaufklärung spielen moralische und religiöse Ansichten eine entscheidende Rolle, und dementsprechend sollte das Erziehungsrecht besonders hier respektiert werden, was aber nur selten geschieht.

Die Mißachtung des Erziehungsrechts der Eltern kann nicht ohne Konsequenzen für das Wohl der Kinder bleiben. Aus diesem Grund muß auch dieses Thema Gegenstand der öffentlichen Debatten werden. Das Erziehungsrecht der Eltern, wie es das Grundgesetz definiert, muß wieder Priorität in den politischen Entscheidungen bekommen.
 
 
 
Stoppt endlich Bravo!

Bundesweite Protestaktion von
"Kinder in Gefahr" gegen die sog. Jugendzeitschrift Bravo.

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