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Thema Jugendgewalt I: Das Strafrecht hat auch einen pädagogischen Sinn
 

Etliche SPD-Politiker echauffieren sich über die Forderung des Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, die Strafen für kriminelle Jugendliche zu erhöhen. Der Vorsitzende der SPD, Ministerpräsident Kurt Beck, wirft Angel Merkel Rechtspopulismus vor und der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder beklagt sich, daß sich die CDU niemals mit der jetzt gezeigten Vehemenz gegen Gewalttaten von Rechtsextremisten geäußert hat. Sekundiert und sogar überholt werden sie von der linken Presse. Die TAZ wirft Roland Koch „latenten Rassismus“ und die Frankfurter Rundschau fordert „Null Toleranz für Koch“ und fordert die „Verteidiger des Rechtsstaats“ dazu auf, entschlossener gegen seinen Populismus zu kämpfen.

Diese wütenden Reaktionen erklären in gewissem Maße die Tatsache, daß Roland Koch der hessischen SPD die Unterschriftenkampagne für einen flächendeckenden Mindestlohn völlig verhagelt hat. Die recht schwache Andrea Ypsilanti hoffte, damit an die Macht zu kommen, doch nun fristet die Sammelaktion auf der Straße ein Schattendasein.

Dieselben Zeitungen behaupten, daß höhere Strafen nichts bringen und man müsse auf Resozialisierung setzen. TAZ schlägt als Lösung für die Jugendgewalt den Ansatz des Lehrgebietsleiter an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster, Joachim Kersten, vor: „Nicht längere Haftstrafen oder Bootcamps werden bei denen helfen, die noch nicht vor dem Richter stehen. Stattdessen benötigen wir Netzwerke aus Professionellen und Engagierten in den entsprechenden Vierteln. Es braucht ein tatsächliches Zusammenwirken von Bewohnern, Eltern, Sozialarbeitern, Lehrerinnen, Aktivisten, die etwas ändern wollen …“. Ähnlich argumentiert die Frankfurter Rundschau.

Diese Argumentation ist natürlich falsch, denn offensichtlich hat das Strafgesetz eine pädagogische Wirkung. Wären die Strafen für die Delikte, die die Jugendlichen begangen haben, drastisch höher, beispielsweise jahrelange Haft, wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Anzahl solcher Straftaten geringer. Das würde selbst ein SPD-Politiker einsehen, auch wenn er nicht für eine solche Maßnahme im konkreten Fall ist. Gerade wenn es um Steuerhinterziehung, Geschwindigkeitsbeschränkungen u. a. geht sind die Sozialdemokraten nicht gerade zimperlich. Jüngst wollte Bundesverkehrsminister Tiefensse die Geldbußen drastisch erhöhen, weil ansonsten „die Autofahrer nicht gehorchen“. Er wurde von der CDU zurückgepfiffen.

Die linken Zeitungen argumentieren, daß eine Resozialisierung vonnöten sei. Das ist sicherlich richtig, denn die Jugendlichen Gewalttäter haben sich in der Regel von der Gesellschaft und ihre Wertmaßstäbe verabschiedet. Sie leben gewissermaßen nach einem Gesetz des Dschungels und für sie ist Gewalt fast ein subkulturelles Produkt.

Typisches Beispiel hierfür ist ein Segment der sog. Hip-Hop-Musik, die regelrecht aus aggressiven, zur Gewalt provozierenden Texten besteht, die in einer geradezu herausfordernden Art und Weise vorgetragen werden. Immer wieder werden solche „Lieder“ von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert oder gar verboten, weil sie gewaltverherrlichend sind. Ebenso ist bekannt, daß der Konsum von Horror und sonstigen Gewaltfilmen ausgesprochen hoch ist.

Wir haben es also mit einem kulturellen bzw. subkulturellen Problem zu tun und deshalb ist der Weg der Resozialisierung nicht verkehrt. Doch gerade deshalb wirken höhere Strafen besonders pädagogisch, denn es geht darum, wieder Respekt und eine gewisse Ehrfurcht vor dem Rechtsstaat zu erzeugen. Die gewaltbereiten Jugendlichen haben nämlich gerade das verloren: Den Respekt vor dem Rechtsstaat, vor der öffentlichen Ordnung, vor den allgemeinüblichen Umgangsformen.

Solange kein Mindestmaß für unsere Ordnung besteht, kann nicht erwartet werden, daß eine Resozialisierung erfolgreich ist.

An dieser Stelle muß allerdings erwähnt werden, daß gerade die Medien enorm dazu beitragen, daß dieser Respekt nicht zustande kommt: Die ständige Präsenz von Gewalt, Verbrechen, Pornographie, Vulgarität tragen erheblich dazu bei, Kinder und Jugendliche zu desorientieren. Es wäre angemessen, daß sich unsere Politiker auch darüber Gedanken machen und manche Medienleute zur Rechenschaft ziehen.

 
 
Stoppt endlich Bravo!

Bundesweite Protestaktion von
"Kinder in Gefahr" gegen die sog. Jugendzeitschrift Bravo.

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