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Thema Jugendgewalt II: Bessere Ausbildungschancen sind gut, aber nicht ausreichend
 

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10. Januar hat in einem umfangreichen Artikel eine Studie vorgestellt, die die größere Gewaltneigung von jungen Türken beweist. Verfasser der Studie ist der Kriminologe Christian Pfeiffer. Das SPD-Mitglied ist und zwischen 2000 und 2003 Justizminister in Niedersachsen gewesen. Im wesentlichen bestätigt er, was man schon von anderen, weniger genauen Zeitungsberichten wußte: Ausländische Jugendliche oder solche mit Migranten-Hintergrund sind in der Statistik überrepräsentiert. Allerdings fällt der Anteil drastisch bei diesen Jugendlichen, wenn sie in den Genuß höherer Ausbildung, wie beispielsweise Realschule oder Gymnasium kommen. Mit anderen Worten: Insbesondere Jugendliche aus der Unterschicht, dem sog. Prekariat, sind gefährdet, gewalttätig und gar kriminell zu werden. Und in dieser Gruppe sind Jugendliche mit ausländischem Hintergrund, besonders Türken, besonders anfällig.

Diese Ergebnisse sind sehr aufschlußreich, wenn man von Entfremdung von der umgebenden Kultur als Ursache für die Gewaltbereitschaft ausgeht. Die meisten Erklärungsversuche für die Jugendkriminalität geben an, daß die Perspektivlosigkeit, begründet durch mangelnde Erziehung und Bildung und schlechte Sprachkenntnisse, eine Frustration erzeugen, aus der man sich durch Gewalt befreien will. Der Jugendliche in dieser Lage steigt sozusagen aus der Gesellschaft aus. Aber es handelt sich zudem um eine Gesellschaft, mit der er sich gar nicht identifizieren konnte, die ihm fremd blieb. Das macht die Verinnerlichung des herrschenden Wertesystems schwierig, noch schwieriger für jemanden, der aus einem anderen Kulturkreis kommt.

Man muß sich an dieser Stelle fragen, inwiefern diese frustrierten Jugendlichen, die keine Perspektiven in der deutschen Gesellschaft und Wirtschaft sehen, mit ihrer Neigung zur Gewalt nicht leichte Beute für radikalislamische Gruppen werden. Für manche dieser Jugendlichen kann sich der radikale Islam als eine Art Befreiungstheologie präsentieren, die einen Klassenkampf zwischen islamischer Unterschicht und deutschem Establishment, zu der die bürgerlichen Muslime zugehören, als Lösung für die Ungerechtigkeiten dieser Welt vorschlägt.

Für die Bundesregierung gilt es, diesen Jugendlichen bessere oder leichtere Ausbildungschancen zu geben, um sie auf diesem Weg zu integrieren. Wenn die zur Gewalt neigenden Jugendlichen erstmal in der Arbeitswelt integriert sind, werden sie für ihr eigenes Leben Perspektiven erkennen und sich sozialisieren, so die Überlegung.

Hoffentlich gelingt das. Doch nach wie vor ist anzumerken, daß der kulturellen Entfremdung zu wenig Aufmerksamkeit gescheckt wird.

Die Studie von Christian Pfeiffer zeigt sehr deutlich, daß je entfernter der kulturelle Ursprung der Jugendlichen vom deutschen ist, desto gewaltbereiter sind sie. Polnische Jugendliche sind beispielsweise genauso gefährdet, wie deutsche. Dabei muß bedacht werden, daß die gewaltbereiten Jugendlichen nicht nur sich nicht mit der deutschen Kultur identifizieren können. Sie haben sich auch von der Kultur der Eltern distanziert. Unter diesen Umständen ist es nicht sehr schwer, in eine Krise zu geraten. Und das passiert vor allem dann, wenn man außerdem noch eine mangelhafte Schulausbildung erhält, was konkret schlechte Deutschkenntnisse und schlechte Arbeitsperspektiven bedeutet.

Aus diesem Grund müssen die Regierungsmaßnahmen durch andere, sozusagen „kulturelle“, flankiert werden. Und hier wird das wichtigste Hindernis bei den Jugendlichen selbst liegen, sondern bei unseren Politikern. Sie müssen sich aufraffen, gegen die moralische Krise unserer Zeit dezidierter vorzugehen. Eine Gesellschaft, die fast unbeschränkt Pornographie und Gewalt in den Medien zuläßt, die absurde Einrichtungen wie die „Homo-Ehe“ oder den Beruf „Prostitution“ legalisiert, die Blasphemie nicht nur erlaubt, sondern außerdem noch in manchen Fällen mit Steuergeldern fördert (Messiah Game), verführt die Jugendlichen zur Nachahmung mit den bekannten Folgen. Auf keinen Fall schafft sie es so, ins Abseits geratene junge Menschen zu resozialisieren.

Vielleicht bringt die Debatte über Jugendgewalt manchen Politiker dazu, über die Gewalt, die der eigenen Kultur angetan wird, nachzudenken.
 
 
Stoppt endlich Bravo!

Bundesweite Protestaktion von
"Kinder in Gefahr" gegen die sog. Jugendzeitschrift Bravo.

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