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Papst Pius XII. und die Enzyklika Miranda Prorsus vom 8. September 1957

 

Der rasche technische Fortschritt in den sozialen Kommunikationsmittel bewegten Papst Pius XII., sich intensiv und umfassend in einem Dokument breiter Verbreitung zu äußern. Die Enzyklika richtet sich primär an die Bischöfe der ganzen Welt, aber schon damals wurden wichtige Dokumente in vielen Tageszeitungen Auszugsweise gedruckt und kommentiert. Bislang hatte er es nur an speziellen Gruppen getan, wie die Katholische Aktion, Berufsgruppen usw. Er stellt diese Enzyklika ganz in die Tradition von Vigilanti Cura seines Vorgängers Pius XI. und seiner eigenen Ansprachen über dieses Thema.

Um richtig den Sinn dieser Enzyklika einschätzen zu können, müssen wir bedenken, daß es diesem Papst nicht nur um die Lösung isolierter Probleme ging. Er sah, wie die Gesellschaft krank war und wie von überall der Mensch von der Verderbnis bedroht wurde. Papst Pius XII. sagt am Anfang, daß die Errungenschaften der Technik nicht nur Gutes bringen können sondern auch Böses. Heute verspürt man eine solche Äußerung vielleicht als etwas fast triviales, nachdem das Bewußtsein für die Erhaltung einer gesunden Natur sehr stark geworden ist. Ende der Fünfziger Jahre, als diese Enzyklika geschrieben wurde, war aber die Menschheit gierig nach neuen und immer ausgefeiltere Techniken. Wir müssen uns vor Augen halten, daß vieles von dem was Papst Pius XII. in dieser Enzyklika sagt, für die damaligen Menschen, die sich ganz diesem neuen Zeitgeist angepaßt hatten, kaum akzeptabel war, vergleichbar mit Ansprachen, die Papst Johannes Paul II. hält, wo er die Benutzung von Verhütungsmittel verurteilt.

In diesem Abschnitt warnt der Heilige Vater vor den drohenden Gefahren, die auf die Menschen durch die Fortschritte in den sozialen Kommunikationsmittel zukommen: Heute können gleichweise die Fortschritte der Technik auf dem Gebiete des Bildes, des Tones und der Ideenverbreitung, wenn sie sich nicht dem milden Joch des Gesetzes Christi beugen, Quellen unzähliger Übel werden, Übel, die schon durch den Umstand an Schwere zunehmen, daß nicht nur die materiellen, sondern auch die geistigen Kräfte elender Sklaverei überantwortet und so die Erfindungen des Menschen jenes heilbringenden Nutzens beraubt werden, den sie nach dem Plan der göttlichen Vorsehung an erster Stelle suchen sollten.

Allgemeine Grundsätze

In der Enzyklika erklärt der Papst zuerst die allgemeinen Grundsätze der Kommunikationsmittel, bevor er Einzelfragen behandelt. Über den Sinn der Kommunikation sagt er folgendes: Gott will im Menschen das Abbild seiner eigenen Herrlichkeit sehen und im Zusammenhang damit ihn auch an seinem himmlischen Reichtum teilnehmen lassen. Zugleich schuf er ihn zum Künder dieser Werte, zum Spender und Träger derselben für alle seine Brüder und für das gesamte Menschengeschlecht und bezog ihn so in sein eigenes Werk ein. Aus seiner Natur heraus sucht der Mensch von Anfang der Zeiten an mit Hilfe von Zeichen, die er aus der materiellen Welt entnommen hat und immer vollkommener zu gestalten strebt, seine eigenen geistigen Güter auch an andere weiterzugeben.

Das Bedürfnis nach Kommunikation liegt in der Natur des Menschen selbst und entspringt aus dem Willen Gottes, die Menschen an Seine Herrlichkeit teilnehmen zu lassen. Die Berufung des Menschen auf dieser Welt, ist Gott zu verherrlichen. Aber dies soll er nicht nur allein tun, sondern auch in Gesellschaft. Die Kommunikation soll der Menschen für diese Bestrebung einsetzen. Das Böse in den technischen Errungenschaften können daher nicht in ihnen selbst liegen, sondern in der falschen Verwendung dieser Mittel, in einer falsch verstandenen Freiheit, wie Papst Pius XII. erklärt: Ebenfalls kann die Anschauung jener nicht gebilligt werden, die auf einer schrankenlosen Freiheit der Darstellung und Verbreitung bestehen. Es liegt doch offen zutage, in welchem Umfang in den vergangenen Jahren Schäden für Leib und Seele aus diesen Grundsätzen erwachsen sind. Es ist Aufgabe der Kirche, daß diese Grundsätze nicht verletzt werden. Sie muß, wenn sie ihren apostolischen Auftrag nicht verraten will, Mißstände verurteilen und zur Umkehr zu mahnen. Hierzu der Papst: Die Kirche ... kann nicht die Verletzung jener Grundsätze und Normen dulden, die den Menschen auf Gott, das höchste Ziel, hinordnen und hinführen.

Doch neben der Kirche ist auch der Staat dazu berufen, sich für die Wahrung der öffentlichen Sittlichkeit einzusetzen, denn er ist es, der das Allgemeinwohl in den weltlichen Dingen behütet: Die Träger der öffentlichen Gewalt haben zweifellos die Verpflichtung, sich auch um diesen Bereich der Technik wachsam zu kümmern. Sie dürfen sich in diesem Bereich nicht nur auf die Wahrung politischer Interessen beschränken, sondern müssen auch das Anliegen der öffentlichen Sittlichkeit im Auge behalten. Und kurz danach widerlegt der Heilige Vater, daß ein solches Einlenken, von der Gesellschaft selbst kommen soll, am besten durch Selbstkontrollen wie es zum Beispiel heute die "Freiwillige Selbstkontrolle" in Deutschland tut: Wir wissen sehr wohl ... wie sehr die Meinung jener Zeitgenossen, die über die Einschaltung staatlicher Autorität aufgebracht sind, verbreitet ist, daß nämlich in diesem Bereich solche Sicherungen vorzuziehen seien, welche die Gesellschaft sich selbst schafft. Jedoch dürfen die Leitsätze und Sicherungen, die von den entsprechenden Berufsgruppen selbst ausgehen, nicht mit der schwerwiegenden Amtspflicht der zuständigen staatlichen Autorität in Widerspruch geraten. Sie können aber in anerkennenswerter Weise diesem staatlichen Eingriff zuvorkommen und sehr viel Schlimmes von vornherein verhindern, das leicht den guten Sitten schaden könnte. Hier wird genau das Argument widerlegt, das viele Autoritäten und Politiker angeben, um die Passivität des Staates zu verteidigen.

Nachdem der Heilige Vater die allgemeinen Grundsätze dargestellt hat, behandelt er spezielle Fragen. Zunächst spricht er über den Film, dann über den Rundfunk und zuletzt über das Fernsehen. Da die Enzyklika nicht an Fachleute gerichtet ist, werden viele Probleme, die schon in den Ansprachen an die Vertreter der italienischen Filmindustrie angesprochen wurden, allgemeiner und für die Lösung konkreter Probleme behandelt. Deshalb werde ich gleich auf die Aussagen von Papst Pius XII. in dieser Enzyklika über das Fernsehen eingehen.

Dieses Medium war damals noch nicht überall verbreitet und deshalb wird ihm eine viel geringere Bedeutung in der Enzyklika gegeben als dem Film und dem Rundfunk. Gleich in der Einleitung steht: Zum Schluß, Ehrwürdige Brüder, möchten wir noch kurz mit Euch die Fragen des Fernsehens behandeln, das ja im Verlaufe Unseres Pontifikates in einigen Ländern eine staunenswerte Entwicklung genommen hat und auch in weiteren Ländern mehr und mehr eingeführt wird.

Der Heilige Vater erklärt, daß das Fernsehen viele Eigenschaften des Filmes besitzt, aber auch des Rundfunks, da es direkt in die Heime ausgestrahlt wird. Somit sind natürlich die Gefahren wesentlich höher: Es scheint Uns überflüssig, hier Unsere mahnenden Hinweise zu wiederholen, die Wir bezüglich Lichtspiel und Rundfunksendung bereits ausgesprochen haben, das heißt die Hinweise auf die Pflichten, die den Zuschauern, Hörern, Verfassern und Träger staatlicher Gewalt obliegen.

Das Fernsehen aber hat Besonderheiten, die Film und Rundfunk nicht haben und wesentlich seine Wirkkraft und seine Einflußmöglichkeiten steigern: Das Fernsehen ermöglicht nämlich, daß die Zuschauer entfernte Ereignisse mit Auge und Ohr zur gleichen Zeit, da sie geschehen, aufnehmen können. Sie geraten dadurch in ihren Bann, als ob sie tatsächlich dabei wären.

Damit stellt sich zuerst das Problem, wie die häusliche Intimsphäre geschützt werden kann und wie das Erziehungsrecht der Eltern nicht völlig ausgehöhlt wird: Die Kirche setzt sich darum, ihrem Recht und ihrer Verpflichtung entsprechend, mit aller Kraft immer dafür ein, daß diese heilige Schwelle in keiner Weise durch schlechte Fernsehdarbietungen verletzt werde.

Papst Pius XII. gibt zu, daß das Fernsehen, wie die anderen Medien auch, auch positiv wirken kann. Als ersten Vorteil nennt der Heilige Vater, daß Jugendliche und Erwachsene motiviert werden können, zu Hause zu bleiben und gemeinsam ein gutes Programm sehen. Voraussetzung dafür ist, daß keine familienfeindlichen Elemente in den Sendungen enthalten sind. Der Papst mahnt die Gestalter des Fernsehens an, mit Pflichtbewußtsein ihre Arbeit zu verrichten und zum Guten beizutragen. Aber auch Verantwortungsbewußtsein seitens der Benutzer ist notwendig. Sie müssen mit Ernst prüfen, welche Sendungen geeignet sind: Hinzukommen muß nämlich auch die umsichtige Wachsamkeit der Benutzer des Fernsehgerätes, rechtes Maßhalten beim Fernsehen, kluge Abwägung des Alters bei der Zulassung der Jugendlichen zum Fernsehen, die richtige Bewertung der Darbietungen, die man gesehen hat, und schließlich der Ausschluß Jugendlicher von allem, was ihnen weniger angemessen ist: alles Pflichten, die schwer auf dem Gewissen der Eltern und der Erziehungspflichtigen lasten.

 
 
Stoppt endlich Bravo!

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