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Papst Paul VI. Und seine Medienkritik
 

Msgr. Montini, der spätere Papst Paul VI., wurde schon früh mit den Problemen von Film und Fernsehen vertraut. Als er noch Substitut im päpstlichen Staatssekretariat war, schreibt er am 18. Februar 1947 an den Präsidenten des Internationalen Katholische Filmbüros (OCIC = Office Catholique International du Cinéma), einen Brief mit folgenden Sätzen: Leider zeigen die Tatsachen, daß das Kino allzu oft, in den Händen skrupelloser Unternehmer, zur Ursache grauenhaft auflösender Entartung wird.

Damit soll gesagt sein, welchen Wert der Heilige Vater Ihrem Werke beimißt, das sich bemüht, die Aufmerksamkeit des christlichen Gewissens auf die Wichtigkeit dieses Problems hinzulenken, es im Sinne der päpstlichen Weisungen aufzuklären und gleichzeitig die Produktion und den Austausch besserer Filme zu fördern.

Am 10. Juni 1954 schreibt er erneut an den Präsidenten des OCIC einen Brief, wo er auf die Notwendigkeit präziser und strenger Regeln bei der Bewertung von Filmen, um einer Abschwächung des Gewissens der Zuschauer vorzubeugen: Diese Bewertung hat die Bewahrung und Erziehung der Gläubigen zum Ziel; sie muß daher vor allem ein objektives Urteil über den sittlichen Wert des Films selbst geben. ... Um zu der erforderlichen Abstufung in der Beurteilung zu gelangen ist es gewiß nützlich, auch der Verschiedenheit der Zuschauer Rechnung zu tragen. Jedoch soll man auch da nicht vergessen, daß es sich nicht darum handelt, ein Urteil abzugeben für eine bestimmte Gruppe von wohlvorbereiteten Gläubigen. Die Lichtspielhäuser stehen allen offen ... Auf diesem Gebiet gibt es ein Schamgefühl im Schauen und Empfinden, das keine Zugeständnisse zu machen bereit ist und das Zier jeder wahrhaft edlen Seele ist.

Diese scharfen Zurechtweisungen sind dadurch zu erklären, daß die Filmbüros, die national organisiert sind (in Deutschland war zuständig der Bischof von Osnabrück), und dessen Dachverband die OCIC ist, damals die Filmbeurteilungen nicht mehr mit der notwendigen Strenge durchführten. Es wurden stark die technischen und ästhetischen Qualitäten betont, die sittlichen Aspekte aber vernachlässigt oder zumindest zweitrangig behandelt. So kam es nicht selten vor, daß unsittliche, sogar skandalöse Filme ihrer technischen und künstlerischen Qualität wegen gewürdigt wurden und so die negativen Aspekte in den Hintergrund fielen. Durch die Bildung eigener Bewertungskriterien, geraten die Filmbüros sogar mit der Zeit in offenem Widerstand zu den bischöflichen Urteilen.

Als Beispiel möchte ich eine Stellungnahme zum Film "Die letzte Versuchung Christi" anführen. Diese Produktion ist vom Jahre 1988, aber ist exemplarisch für die Entwicklung, die damals einsetzte (Vgl. Peter Hasenberg: "Von Abwehrgefechten zu Dialogansätzen: Die Auseinandersetzung um Skandalfilme in der katholischen Filmarbeit. Communicatio Socialis 28-1995 1/2). Weltweit gab es massive Proteste gegen diesen blasphemischen Film, die zum Teil gewalttätig wurden. Die Publikation der katholischen Filmarbeit, der "film-dienst", schrieb aber in der Nummer 22 vom 3. November 1988 folgende Kritik: "Der in mehreren Darstellungen biblischer Episoden plakative und enttäuschend flache Film stellt sich durch sein Gottesbild und die Zeichnung Jesu Christi in grundsätzlichen Widerspruch zur christlichen Heilsbotschaft. In ihrem ikonographischen Charakter wirken die Bilder ohne spirituelle Kraft und verfehlen den zentralen Aspekt des christlichen Glaubens, die erlösende Anteilnahme Gottes am existentiellen Sein des Menschen. Zuschauer, die den dargestellten Jesus als Jesus der Bibel (miß-)verstehen, können zu Recht Anstoß nehmen". Im Grunde sagt diese Kritik, daß nichts Blasphemisches zu finden ist, weil Jesus Christus gar nicht dargestellt wird, obwohl der Titel "Die letzte Versuchung Christi" lautet. Auf diese Art und Weise kann praktisch jeder Film als moralisch einwandfrei eingestuft werden. Denn selbst bei einem pornographischen Film könnte man folgende Kritik schreiben: "Dieser Film zeigt die Geschichte einer Frau, die in ihrer Kindheit ein Zuneigungsdefizit seitens ihrer sozialen Umgebung erlebte. Sie glaubt, daß sie diesen Trauma durch die Pflege von Geschlechtsbeziehungen mit mehreren Männern überwinden kann. Bei der Darstellung dieser wird aber deutlich, daß sie trotzdem fähig ist, Affekte zu anderen Menschen zu entwickeln, wenn auch in einer Weise, die in der bürgerlichen Gesellschaft auf Unverständnis stoßen kann. Diese Frau lebt in einer inneren Isolation, denn sie wird bei ihren Beziehungen als Lustobjekt behandelt. So ist dieser Film auch eine Einladung, die Menschen in der Fülle ihrer Persönlichkeit zu betrachten und nicht anhand einzelner Handlungen zu verurteilen."

Zivilisation des Bildes

Verglichen mit Papst Pius XII., sind die Dokumente von Paul VI. mit Erläuterungen zum Fernsehen seltener. Während seines Pontifikats wurde den sozialen Kommunikationsmitteln als Ganzes viel mehr Bedeutung zugemessen, sodaß die Besonderheiten der einzelnen Gattungen Presse, Film, Radio, Fernsehen usw. relativ wenig behandelt wurden.

In den 15 Jahren seines Pontifikats erschienen zwei große Dokumente über die sozialen Kommunikationsmittel: Das Konzilsdekret Inter Mirifica und die Pastoralinstruktion Communio et Progressio. In beiden geht es vor allem um die Medien als Ganzes. Die besonderen Aspekte von Film und Fernsehen werden eher am Rande behandelt.

Dieses Interesse entsprang der Tatsache, daß durch den vollzogenen technischen Fortschritt, die Medien rasch die Welt veränderten, wie es zur Zeit etwa die umfassende Computer-Vernetzung tut. Die Kirche sah sich immer schwierigeren Bedingungen für die Evangelisation konfrontiert. Diese Sorge kommt bei Papst Paul VI. in seinem Apostolischen Schreiben Evangelii Nuntiandi vom 8. Dezember 1975 zum Ausdruck: Wir wissen sehr wohl, daß der Mensch angesichts der Wortflut in unserer Zeit oft des Hörens müde wird und, schlimmer noch, dem Wort gegenüber abstumpft. Wir kennen auch die Gedanken zahlreicher Psychologen, die behaupten, der moderne Mensch habe die Zivilisation des Wortes, die nun unwirksam und "überflüssig" geworden sei, hinter sich gelassen und lebe nun in der Zivilisation des Bildes.

Damals begann die Reihe der jährlichen Papstbotschaften, die anläßlich des Welttages der Kommunikationsmittel bekannt gegeben wurden. Diese Einrichtung wurde 1967 eingeführt, um ein größeres Bewußtsein für die Bedeutung der Medien in der modernen Welt zu schaffen. Diese Botschaften erscheinen bis heute und behandeln normalerweise ein spezifisches Thema. So ging es in der Botschaft vom 26. Mai 1968 um den Fortschritt der Menschheit: Jetzt aber eröffnen uns Presse, Film, Rundfunk und Fernsehen ständig neue Horizonte und setzen uns in Verbindung mit dem pulsierenden Leben der ganzen Welt. Wer würde sich über diesen Fortschritt nicht freuen? Sehen wir nicht alle darin einen von Gott bestimmten Weg für den Fortschritt der ganzen Menschheit? Er gibt Grund zu der Hoffnung, daß der Mensch lernen könnte, diese Techniken zu beherrschen; aber alles kann verlorengehen, wenn er seiner Verantwortung nicht gerecht wird. Werden Presse, Film, Rundfunk und Fernsehen tatsächlich die Entwicklung der Völker fördern?

Ein Jahr später, am 18. Mai 1969 spricht er in dieser Botschaft über die Familie. Wir können gut den Einfluß sehen, den er von Papst Pius XII. erhalten hat und wie er seine Gedanken fortsetzt: Die sozialen Kommunikationsmittel stoßen bis in das Herz der Familiengemeinschaft vor, bestimmen ihre Tagesordnung, verändern ihre Gewohnheiten und geben ihr reichliche Nahrung für Gespräche und Diskussionen; vor allem aber beeinflussen sie -manchmal grundlegend- die Seele der Leser, Hörer und Zuschauer, ihr Gemüt und ihren Geist sowie ihre moralische und selbst ihre religiöse Haltung. Es gibt, so darf man sagen, keine Information oder Frage mehr, die nicht in Druck, Ton oder Bild mitten in das Familienleben hineingetragen würde, die dort nicht einen Einfluß auf das Verhalten jedes einzelnen ausüben und die unterschiedlichsten Reaktionen hervorrufen würde. Diese Einflußmöglichkeiten bringen natürlich enorme Gefahren mit sich und deshalb fordert der Papst etwas später: In der Tat müssen sie sich zum einen alles versagen, was die Familie in ihrer Existenz, in ihrer Stabilität, in ihrem Gleichgewicht und in ihrem Glück verletzen könnte: Denn jeder Schlag gegen die fundamentalen Werte der Familie -sei es durch die Darstellung von Erotik oder Gewalt, sei es durch die Verteidigung der Scheidung oder von antisozialen Haltungen der Jugend- ist ein Schlag gegen das wahre Wohl des Menschen und der Gesellschaft.

 
 
Stoppt endlich Bravo!

Bundesweite Protestaktion von
"Kinder in Gefahr" gegen die sog. Jugendzeitschrift Bravo.

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